Zum 150. Geburtstag
Friedrich (Fiet) Hermann Evers wurde als Drittes von elf Kindern am 22. März 1876 geboren. Sein Vater, Peter Christian Evers war Butterhändler in Lokstedt, seine Mutter Caroline Behrmann kam aus Langenfelde.
In seiner Kindheit war Fiet stolz auf den Tag seiner Geburt. Er konnte mit Kaiser Wilhelm I „gemeinsam“ Geburtstag feiern, da der Kaiser am gleichen Tag geboren worden war.
Nach abgeschlossener Maurerlehre ging Fiet mit seinem jüngeren Bruder, dem Zimmermann Christian Evers 1895 auf Wanderschaft. Sie kamen bis Mailand und waren 1897 wieder zurück in der Heimat.
Fiet Evers sang gerne und wurde 1899 Mitglied im Männergesangsverein Orpheus von 1862. Er hatte die Stimmlage des Tenors. Im Vereinslokal, Wessels Gasthof, lernte er seine künftige Frau Magdalena Catharina kennen, die Tochter des Gastwirts Joachim Wessel. Nach der Hochzeit 1901 übernahm Fiet den Gasthof und benannte ihn um in Evers Salon. Das Paar bekam zwei Töchter: am 2. Juni 1903 wird Anna und am 1. Juni 1914 Magdalena geboren.
1901 trat Fiet in die Freiwillige Feuerwehr Lokstedt (FF Lokstedt) ein, wurde 1904 Vizehauptmann und 1910 Hauptmann. Beim Bau des Lokstedter Wasserturms ist Fiet Evers maßgeblich an der Planung der Löschwasserversorgung (Oberflurhydranten) beteiligt.
Nach 10 Jahren Gastwirtstätigkeit verkauften Fiet und Magdalena Evers das Gasthaus und zogen in die Jahnstraße 25 (heute Stapelstraße). Nach dem Ersten Weltkrieg betätigte Fiet sich zunächst wieder als Maurer, ab 1924 als Bankbote und ab 1. Januar 1930 als Baukontrolleur im Außendienst der Baupolizei. Die Familie zog 1926 erneut um in eine Dienstwohnung im 2. OG der neuen Feuerwache in der Wilhelmstraße 13 (heute Vogt-Wells-Straße).
Nach dem Zusammenschluss von Lokstedt, Niendorf und Schnelsen zur Landgemeinde Lokstedt wurde Fiet Evers zum Oberbrandmeister und Gemeindewehrführer der gesamten Landgemeinde ernannt. Auch in übergeordneten Verbänden war er aktiv. Er wurde 1928 als Beisitzer in den Vorstand des Kreisfeuerwehrverband Pinneberg gewählt und 1934 zum stellvertretenden Vorsitzenden und Fachwart des Kreisverbandes ernannt.
Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt er mehrere Auszeichnungen, so auch das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz am blau-rotem Band für hervorragende Dienste um das deutsche Feuerlöschwesen. Nach 36 Jahren Mitgliedschaft in der FF Lokstedt schiedt Fiet Evers im Juni 1937 altersbedingt aus dem aktiven Dienst aus, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und wechselte in die Altersabteilung der FF Lokstedt.
Sechs Jahre nach dem Tod seiner Frau starb Fiet Evers am 17. April 1963 und wurde auf der Ruhestätte der Familie seiner Tochter Anna Erdmann beigesetzt.
Zitat aus der Kollauer Chronik, Band I, erschienen 1926:
»Bei den großen Bränden wurde die tatkräftige und umsichtige Führung der Wehr durch Hauptmann Brandmeister F. Evers besonders empfunden, und blickte die gesamte Einwohnerschaft mit großem Vertrauen auf diesen kerndeutschen Mann, der überall wo die Not am größten, stets zu finden war. Das Erscheinen dieses hünenhaften Mannes wirkte beruhigend auf die in Not befindlichen Einwohner und ließ die Schwachen wieder Mut fassen.«
Fiet Evers zum 150. Geburtstag – Ruhe in Frieden.
Manfred Meyer
Forum Kollau